Die Kirchenbücher von St. Peter
Die Kirche

Geschichte

Unsere St. Peter Kirche ist die älteste Kirche auf dem Diezer Gebiet.

Sie wurde erstmalig im Jahr 1269 urkundlich erwähnt, aber Historiker schätzen, dass sie eher aus dem 8./9. Jahrhundert stammt und auf einem alten Versammlungs- bzw. Thingplatz steht.


Heute sieht man sie zwar von weitem, doch nicht jeder findet auf Anhieb die Zufahrt direkt hinter der Abzweigung nach Altendiez.
Früher einmal führte die Straße direkt an der St. Peter Kirche vorbei. Jeder, der Richtung Altendiez, Heistenbach oder weiter in den Westerwald wollte, kam automatisch an ihr vorbei.


Bis 1289 war die Kirche auch das Gotteshaus für die Diezer Bevölkerung.
In diesem Jahr gründete Graf Gerhard IV. von Diez unterhalb des Grafenschlosses ein Stift mit einer neuen Kirche.
Damals Marienkirche genannt, ist sie den Diezern heute besser als „Stiftskirche" bekannt.
Das Kirchspiel St. Peter wurde in das Stift eingegliedert, und zurück blieb im Pfarrhaus nur ein Glöckner, der auch gleichzeitig der Küster war.


Die konfessionellen Verhältnisse änderten sich erst, als schließlich Martin Luther im damals weit entfernten Wittenberg 1517 die Reformation einläutete.

Doch erst 1564 führte Graf Johann IV. von Nassau-Dillenburg die Reformation auch bei uns ein.
Drei Prediger wurden bestimmt für St. Peter, die Diezer Marienkirche und die Jakobuskirche in Freiendiez.
Unsere St. Peter-Kirche wurde wieder ein eigenes Kirchspiel mit eigenem Pfarrer, der die Orte Altendiez, Aull, Gückingen, Hambach, Heistenbach und (Ober)Staffel betreuen sollte. Und 1570 kam sogar noch Niederstaffel, heute eine Wüstung zwischen Aull und Staffel, hinzu!


Als der Dreißigjährige Krieg im Jahr 1618 begann, kamen harte Zeiten auf die Grafschaft Diez und das ganze Umland zu.


1633 verwüsteten die Kroaten die Kirche, die sie als Pferdestall zweckentfremdeten.
Irgendwann um diese Zeit verlor die St. Peter-Kirche auch ihren Turm, wodurch sie endgültig unbrauchbar und die verbliebenen fünf Dörfer Altendiez, Aull, Gückingen, Hambach und Heistenbach wieder in Diez eingemeindet wurden.


Mit einer finanziellen Hilfe durch den Fürsten konnten die Dörfer ihre Kirche zwischen 1706 und 1725 wieder soweit herrichten, dass sie wenigstens Gottesdienst feiern konnten.


Im Jahr 1795 besetzten im Rahmen der Koalitionskriege gegen das „revolutionäre" Frankreich erst die Österreicher, dann die Franzosen den ganzen Landstrich.


Am 17. September 1796 zerstörten schließlich die französischen Soldaten die St. Peter Kirche erneut, indem sie das Holz herausbrachen und für ihre Lagerfeuer verwendeten, während sie versuchten, die Überquerung der Lahn durch die Österreicher zu verhindern.


Bis zum Jahre 1830 konnte man keinen Gottesdienst in der Kirche abhalten. Die Gemeindemitglieder mussten deshalb in die Stiftskirche nach Diez gehen, beziehungsweise die Kapellen in Aull und Altendiez besuchen.


1827 begann man schon mit den Plänen zu umfangreichen Neu- und Umbauten der St. Peter-Kirche, die mit ihrem romanischen Äußeren nicht mehr ins Bild der Zeit passte.
Die schmalen Fenster mussten weichen, ebenso das flache Dach und der Triumphbogen im Inneren der Kirche. Gleichzeitig wurde ein Einbau aus Holz für Orgel, Kanzel und die Sakristei erstellt.


Schließlich wurde die St. Peter-Kirche am 29. August 1830 feierlich durch den dortigen Pfarrer Keller geweiht.

Fünf Jahre später baute der Rauenthaler Orgelbauer Conrad Embach die heutige Orgel ein.


In den folgenden Zeiten erreichte die St. Peter Gemeinde unter Pfarrer Moritz eine gewisse Selbstständigkeit von der Stadt Diez

Jeder neue Pfarrer brachte eigene Neuerungen in unsere Gemeinde ein.

Die Ansicht von Diez im Jahre 1655

Diez – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die St. Peter Kirche im Jahr 1655

hier vorne links nur mit einem kleinen Turm an der Westseite

Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian

                                                           

Die fünf Dörfer unseres Kirchspiels:

                                                  

Altendiez

Wappen von Altendiez

Aull

Wappen von Aull

Gückingen

Wappen von Gückingen

Hambach

Wappen von Hambach

Heistenbach

Wappen von Heistenbach

                                        

Gustav Moritz

Pfarrer von 1858 bis 1895

  • 1865 erlaubte die zuständige Behörde, dem Kirchenvorstand von St. Peter ein neues Pfarrhaus an der Aar-Mündung zu kaufen
  • 1887 trennte sich unser Kirchspiel auf Betreiben von Pfarrer Moritz von den Diezer Pfarrereien

Wilhelm Friedrich Julius Jung

Pfarrer von 1897 - 1904

  • Der Palmsonntag wurde zum neuen Termin für die Konfirmationen in St. Peter. Bis dahin war es der Sonntag vor Pfingsten.

Fritz Philippi,

Pfarrer von 1895 bis 1897 und von 1904 bis 1909

  • Er veröffentlichte viele Romane und Erzählungen rund um das Leben im Westerwald und über die "Züchtlinge" im Diezer Grafenschloss, das damals als Gefängnis diente.
  • Im zweiten Stock des umgebauten Küsterhauses an der St. Peter-Kirche wurde eine Krankenpflegestation eingerichtet

Wilhelm Bender

Pfarrer von 1910 bis 1930

  • 1923 richtete er eine Raum für den Komfirmandenunterricht im Erdgeschoss des Küsterhauses ein.
  • 1926/27 pachtete er das Grundstück, auf dem heute Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten stehen, für 30 Jahre und kaufte eine Barracke der gerade abgezogenen, französichen Besatzungstruppen, die er dort aufschlagen ließ.
  • 1929 fertigte er Malereien für das Kircheninnere an. Früher waren sie an den Stellen der Orgel angebracht, wo im 1. Weltkrieg die Orgelpfeifen herausgebrochen worden waren. Heute befinden sie sich im Aufgang zur Empore.

Willibald Ströder

Pfarrer von 1930 bis 1945

  • Er engagierte sich im Pfarrernotbund 1933 gegen die Einflüsse des Nationalsozialismus in der Deutschen Evangelischen Kirche
  • Er starb am 26. März 1945 beim Einmarsch amerikanischer Truppen in Diez durch eine Panzergranate in einem Haus an der Aarmündung.

Paul Hans Heinrich Bohris

Pfarrer von 1946 bis 1970

  • 1951 begann die Instandsetzung der im Kriege beschädigten Kirche und der Umbau der Orgel
  • 1952 Einbau einer elektrischen Infrarotheizung
  • 1953 Neuanstrich des Inneren der Kirche und Umgestaltung des Nebenraumes zum Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege
  • 1956 Umzug in das neue Pfarrhaus in Altendiez
  • 1957 Veranstaltung einer Dorfwoche mit Festredner Martin Niemöller, damaliger Kirchenpräsident und Widerstandskämpfer im Dritten Reich
  • 1962 Anbau der Toilettenanlagen an das Küsterhaus
  • 1966 Einbau einer Ölheizung

Klaus Dittmer

Pfarrer von 1970 bis 1988

  • 1972 Erneuerung der Sandsteine am Turm
  • 1973 Neueindeckung des Kirchendachs
  • 1975 Erneuerung des Außenputzes
  • 1978 Erneuerung des Innenputzes und Kauf eines neuen Kirchengestühls
  • 1979 Restaurierung der Orgel

Adolf Tremper

Pfarrer von 1988 bis heute

  • Jugendfreizeiten im Sommer
  • Fastenkurse in der Passionszeit
  • Waldwandergottesdienst am Pfingstmontag
  • Lichterkirche am 3. Advent
  • Kindergottesdienste in den Kindertagesstätten
  • Anstellung von Zivildienstleistenden
  • Einführung von Essen auf Rädern
  • Erweiterung der Betreuungsgruppen von fünf auf fünfzehn in den Kindertagesstätten im Kirchspiel
  • Anbindung des Kammerchores des Sophie-Hedwig- Gymnasiums an die Kirchengemeinde St. Peter
  • Aufbau einer ökumenischen Partnerschaft mit der katholischen Herz-Jesu-Kirche sowie verschiedene ökumenische Gottesdienste

Unsere Stiftung: St. Peter zu Diez

Unsere Stiftung soll das, was unsere Vorfahren aufgebaut haben, bewahren. Wir wollen lebendiges Miteinander, soziales Handeln und christliche Werte weiterhin ermöglichen.
Damit Geben wirklich Leben heißt.

Stiftung

Kontodaten der Stiftung:

Ev. Kirchengemeinde St. Peter zu Diez

IBAN: DE36 5709 2800 0207 1958 04

BIC: GENODE51DIE

Volksbank Rhein-Lahn-Limburg

Kennwort: Stiftung St. Peter